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Friedas Fall

18. September , 20:00 - 21:45

Am Montag in OmU (Schweizerdeutsch)

St. Gallen im Jahr 1904: Die junge Näherin Frieda Keller steht vor Gericht. Nach einer Vergewaltigung ungewollt Mutter geworden, ist sie in eine ausweglose Lage geraten, die in einer verzweifelten Tat endet. Ihr Fall wird zum gesellschaftlichen Ereignis – und zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung darüber, ob Recht und Gerechtigkeit tatsächlich dasselbe bedeuten.

Im Gerichtssaal treffen mit Staatsanwalt Walter Gmür und Verteidiger Arnold Janggen zwei Männer aufeinander, deren Vorstellungen von Recht, Moral und Verantwortung zunehmend ins Wanken geraten. Doch es sind vor allem die Frauen an ihrer Seite, die den Blick auf Friedas Schicksal verändern. Erna Gmür versucht, den Menschen hinter der Angeklagten zu verstehen, während Gesine Janggen ihren Mann dazu drängt, die gesellschaftlichen Verhältnisse selbst zum Gegenstand seiner Verteidigung zu machen. Der Prozess zieht immer weitere Kreise und stellt ein Rechtssystem infrage, in dem für Frauen und Männer unterschiedliche moralische Maßstäbe gelten.

Dabei ist „Friedas Fall“ weit mehr als ein klassisches Gerichtsdrama. Der Film zeichnet das Porträt einer Gesellschaft, in der Scham, soziale Herkunft und patriarchale Moralvorstellungen über das Leben von Frauen bestimmen. Mit großer Genauigkeit zeigt er, wie Täterin und Opfer in einer Person zusammenfallen können – und stellt damit eine unbequeme Frage: Wie gerecht kann ein Urteil sein, wenn bereits die gesellschaftlichen Voraussetzungen ungerecht sind?

Mit „Friedas Fall“ legt Maria Brendle, die für ihren Kurzfilm Ala Kachuu – Take and Run für einen Oscar nominiert wurde, ihr Langspielfilmdebüt vor. Getragen von Julia Buchmann in der Titelrolle sowie Stefan Merki, Rachel Braunschweig, Max Simonischek und Marlene Tanczik verbindet der Film historisches Gesellschaftsporträt und Gerichtsdrama zu einer eindringlichen Geschichte, deren Fragen nach Frauenrechten, moralischer Verantwortung und Gleichheit vor dem Gesetz bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

  • Genre: Historiendrama / Gerichtsdrama
  • Land: Schweiz
  • Jahr: 2024
  • Regie: Maria Brendle
  • Darsteller: Julia Buchmann, Stefan Merki, Rachel Braunschweig, Max Simonischek, Marlene Tanczik
  • Länge: 107 Min.
  • FSK: 16

Kartenverkauf: Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse im Cinéma 17 im Karl-Maybach-Gymnasium, jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Es ist nur Barzahlung möglich.

Eintritt: 6 Euro (regulär), 5 Euro (ermäßigt für Schüler, Studierende und Mitglieder des culturverein caserne e. V.)

Details

  • Datum: 18. September
  • Zeit:
    20:00 - 21:45
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Veranstaltungsort

  • Cinéma 17 im Karl-Maybach-Gymnasium
  • Maybachplatz 2
    Friedrichshafen, 88046 Germany
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